FlamingBow+1
Bau eines Primitivbogens aus Haselnuss
Diesmal möchte ich ein weiteres Projekt vorstellen, allerdings dreht sich diesmal alles um den Bau eines Primitivbogens und nicht um eine Speerschleuder.
Im vergangen Jahr habe ich zusammen mit Philipp ein Haselnussstämmchen für einen einfachen Primitivbogen geschnitten. Der Bau des Bogens sollte bereits im Dezember stattfinden, aber leider kam immer etwas dazwischen. Aber wie heisst es noch gleich so schön "Gut Ding will Weile haben".
Am 26. März war es dann endlich so weit. Das Haselnussstämmchen war sehr gut durchgetrocknet und so ging es dann munter ans Werk. Bis zu diesem Zeitpunkt hatte ich bereits zwei Bogen gebaut. Allerdings handelte es sich dabei jeweils um vorgefertigte Bogenrohlinge aus Hickory, die lediglich zurechtgeraspelt und getillert werden mussten. Das verkürzt die Bauzeit ungemein und trotzdem bekommt man eine Menge an Wissen während eines solchen Bogenbauworkshops mit. Wie man aber an den Bau eines Bogens aus einem Stämmchen herangehen muss, das lernt man dort nicht.
Den Primitivbogen den wir (Philipp und ich) bauen wollten hatten wir uns auf einem prähistorischen Turnier in Schwerte angeschaut. Recht ungewöhnlich war, das die Rinde nicht entfernt worden war und das geht irgendwie absolut nicht konform mit der landläufigen Meinung wie man Holz nach der Ernte behandeln soll. Normalerweise wird in den meisten Fällen die Rinde entfernt, damit beim anschließenden Trocknungsprozess Schädlinge keine Chance habe das Holz zu beeinträchtigen.
Versuch macht klug und so haben wir uns von Anfang an entschlossen - die Rinde bleibt drauf. Es sollte ja ein einfacher Primitvbogen mit einer aussergewöhnlichen Optik werden. Da es sich für mich um das erste Projekt dieser Art handelte, habe ich bereits im Voraus gewarnt, dass der Bogen vielleicht schon beim Tillern oder bei den ersten Probeschüssen den Geist aufgibt. Aber bange machen gilt nicht und so machten wir uns recht unvoreingenommen an die Bearbeitung des Haselnussstämmchens. Mit Ziehmesser, Raspel und Ziehklinge brachten wir das Stämmchen langsam aber sicher in Form und so entstand nach und nach ein brauchbarer Primitivbogen. Ein paar kleinere Äste machten mir anfangs doch ein paar Sorgen, aber beim späteren Probeschiessen hörte man keine bösen Geräusche und bis jetzt hat der Bogen alles mitgemacht was man von ihm verlangte.
Dieses Bogenbauprojekt hat wirklich sehr viel Spaß gemacht und das wird wohl nicht der letzte Bogen gewesen sein den ich zusammen mit Philipp gebaut habe.
Ach so hier noch ein paar technische Daten zu dem Bogen. Die Länge beträgt 178 cm, die Zugkraft beläuft sich auf ca. 20 lbs. Das ist zwar nicht der stärkste Bogen, aber für den Anfang reicht es aus.
Nun folgen noch ein paar Bilder von unserem gemeinsamen Bogenbauprojekt.
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