Kyrill Atlatl Nr. 1 Vorstellung und Testbericht

Vor einigen Wochen habe ich mir ein ca. 80 cm langes Stück Holz von einer durch den Orkan Kyrill gefällten Birke geschnitten. Gleich vor Ort habe ich das Holz entrindet und in zwei Teile gespalten. Dabei viel mir gleich ein Schädling auf, der es sich unter der Rinde gemütlich gemacht hatte. Die von diesem Schädling angerichteten Schäden am Holz hielten sich aber in Grenzen und für zwei Speerschleudern sollte es dann schließlich doch noch ausreichen. Die Birke lag ja schon seit Januar herum und so war das Holz auch recht schnell trocken und konnte ohne Probleme weiterverarbeitet werden.

Dem ersten Speerschleuderrohling rückte ich mit der Ziehklinge zu Leibe und bereits nach fast 1 Stunde war die Speerschleuder fertig aus dem Birkenholz herausgearbeitet.

Bei den Schnitzarbeiten an der Speerschleuder ist mir im mittleren Bereich der Speerschleuder ein wahrlich kleiner "Schnitzer" unterlaufen, aber mit einer Wicklung aus Hanffasern konnte ich diesen reparieren. Durch diese Hanfwicklung erhielt die Speerschleuder dann auch einen ganz individuellen Touch und verleiht dem Wurfgerät einen unverwechslichen Charakterzug :-)

Das Hakenende habe ich ordentlich mit Olivenöl behandelt und mit einer Heissluftpistole getempert. Beim Tempern wurden auch die umliegenden Bereiche des Speerschleuderschafts ein wenig hitzebehandelt, was dazu führte, dass die Maserung des Holzes sehr schön zum Vorschein kam. Also flugs die komplette Speerschleuder mit Olivenöl und anschließend mit der Heissluftpistole behandeln war angesagt. Die Hitzebehandlung der Speerschleuder viel dann aber nicht so heftig aus wie am Hakenende.

Kurz hinter dem eigentlichen Griffbereich habe ich die Speerschleuder mit einer "Höhlenmalerei" versehen. Diese

Brandmalerei habe ich mit dem Bleistift angezeichnet und mit einem einfachen Lötkolben in das Holz eingebrannt.

Normalerweise habe ich bis jetzt alle meine Speerschleudern mit Danish Oil oder Hartwachsöl behandelt um sie wasserbeständig zu machen. Dieses Mal habe ich aber auf eine solche Behandlung verzichtet, denn schliesslich habe ich die komplette Speerschleuder ordentlich mit Olivenöl eingeölt. Wie sich diese Öl-Behandlung in der Praxis bewährt, das wird sich in Zukunft herausstellen.

Die Kyrill Atlatl Nr. 1 ist mit nur 100 g sehr leicht ausgefallen und anfangs hatte ich so meine Bedenken ob dieses Gewicht ausreicht um damit die Speere auch gut ins Ziel zu bringen. Bis jetzt habe ich dieses Speerschleuder nur zwei mal testen können, aber beide Tests haben mich dann doch sehr überrascht, wie gut man mit der Kyrill Atlatl Nr. 1 schiessen kann. Weitere Tests werden sicherlich folgen.... und dann ist da ja noch der zweite Rohling der für die Kyrill Atlatl Nr. 2 herhalten muss :-)

Technische Daten:
Gesamtlänge: 57 cm
Länge Griffende bis Hakenende: 53,5 cm
Durchmesser Griffbereich: ca. 23 mm - 25 mm
Durchmesser Hakenende: ca. 15 mm - 17 mm
Gewicht: 100 g

Kyrill Atlatl Nr. 1 - GesamtansichtKyrill Atlatl Nr. 1 - Hakenende
GesamtansichtHakenende
Kyrill Atlatl Nr. 1 - Detailansicht HakenendeKyrill Atlatl Nr. 1 - Detailansicht Höhlenmalerei
Detailansicht HakenendeDetailansicht "Höhlenmalerei"